Wie beim Menschen auch besteht das Kreislaufsystem des Pferdes aus zwei eng zusammenarbeitenden Systemen – dem Blutgefäßsystem und dem Lymphsystem. Diese beiden Systeme durchziehen den ganzen Pferdekörper, wobei der Blutkreislauf u. a. für die Sauerstoffversorgung zuständig ist und das Lymphsystem zur Unterstützung der Köperabwehr dient. Das Lymphsystem verläuft parallel zum Blutgefäßsystem.
Funktion des Lymphsystems
Die Blutgefäße im Pferdekörper geben eine helle Flüssigkeit, die so genannte Lymphe in das umliegende Körpergewebe ab. Die Lymphe bestehen aus Wasser, Eiweiß, Krankheitserregern, Giftstoffen und Krebszellen. Die umliegenden Lymphbahnen nehmen die Lymphflüssigkeit auf und geben diese wieder über größere Lymphgefäße ans Venensystem ab, nachdem die Flüssigkeit in den Lymphknoten gereinigt und „entgiftet“ wurde.
Ein Pferd besitzt rund 8000 Lymphknoten (Menschen haben nur ca. 400-600 Stück), die im ganzen Körper verteilt und jeweils für eine bestimmte Körperregion zuständig sind. In den Lymphknoten befinden sich zur Abwehr viele weiße Blutkörperchen (Lymphozyten), die Schadstoffe die aus der Lymphflüssigkeit „übrig bleiben“ eliminieren. Dabei können die Lymphknoten bei einer Infektion anschwellen und druck- bzw. schmerzempfindlich werden (wie beim Menschen auch). Die gereinigte Flüssigkeit gelangt bis zum großen Lymphsystem im Brustraum und hierdurch wieder ins Venensystem.
Bei einer zu bekämpfenden Entzündung in einem bestimmten Teil des Pferdekörpers, z. B. dem Bein, nimmt die Durchblutung an dieser Stelle des Körpers zu. Somit befindet sich innerhalb kürzester Zeit mehr Lymphflüssigkeit in diesem Gewebe, die zum nächsten Lymphknoten abtransportiert und dort gefiltert werden muss.
Im Pferdekörper gelangen pro Stunde ca. 2 Liter Lymphe ins Blut – beim Menschen sind es 2 Liter pro Tag.
Störungen im Lymphsystem
Insgesamt ist der Lymphfluss beim Pferd relativ langsam und wird durch Bewegung aufrechterhalten. Wenn ein Pferd nun längere Zeit stehen muss, kann es zu Stauungen im lymphatischen System kommen wodurch z. B. die Beine anlaufen und dick werden können. Wenn keine fiebrige Erkrankung vorliegt, diese fordert ohnehin das Immunsystem, kann den angeschwollenen Beinen durch Lymphdrainage oder oft auch schon durch Bewegung Abhilfe geschaffen werden. Hierdurch wird der Abtransport der Lymphe wieder angeregt. Mit EquiCrown® medizinischen Kompressionsbandagen für Pferde kann der entstaute, dünne Umfang des Pferdebeins gehalten werden.












